ich bin gelernter Tischlergeselle und war in meiner Handwerkerzeit der Typ "Holzartenfreak". Holzarten sind nur per Foto kaum zu bestimmen. Die Färbung hilft bei der Holzbestimmung wenig. Die individuelle Struktur (z. B. Größe und Zerstreuungsmuster der Holzporen) ist auf Fotos nicht zu erkennen, wobei das Foto auf der Luxmanseite definitiv kein Nussbaum-Gehäuse zeigt. Dafür kommt eine Schar grobporiger Tropenhölzer in Betracht.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind die gezeigten Originalgehäuse außerdem gebeizt, da Serienfertigung. Gerade bei Nussbaum (Farbtonangleichung: Baumstamm zu Baumstamm, innerhalb der Fertigungsserie, zur Vermeidung der lichtbedingten und oben schon genannten Vergrauuung über die Jahre, usw....).
Den besten Vorschlag fand ich persönlich:
Das eigene Wunschholz zu verwenden.
Eventuell beizen, dabei den Naturfarbton dabei aber nur um Nuancen ändern (sonst kannst du gleich Billigfurnier aufpappen; im Hifi-Forum herrscht beispielsweise eine verhängnisvolle Vorliebe für schokoladenbraune Beizen auf aufwändigen Selbstbau-Lautsprecherboxen. Da erkennt man trotz liebevollem Gehäuseaufbau oft gar nicht mehr, dass unter der Färbung Holz ist. Mein "Holzartenfreak"-Lehrmeister war übrigens der (verschmitzten) Meinung, dass solches auch auf Beizungen von professionellen Malern zutrifft... denn jener Berufststand geht mit der Einstellung heran, das jede Oberfläche theoretisch farbig deckend lackiert werden könne... warum dann beim Beizen zurückhaltend sein -Klatsch, Wisch, schon ist das schöne Holzbild verschwunden...).
Wenn du Nussbaum wählen solltest, ist eine Beizung mit Clou Wasserbeize "Kirschbaum hell" (1 Teil bereits fertige Beizflüssigkeit, nochmals verdünnt mit 1 - 3 Teilen Wasser) sehr nett: Der Ton geht nach dem Lackieren in genau das Orange, dass (europäischer) Nussbaum nach 15 Jahren ganz natürlich erhält, wird dabei aber nicht grau. Amerikanischer Nussbaum sieht frisch verarbeitet erst sehr schick aus (schokoladen- bis graubraun), bleicht aber ungemein schnell aus: Absolute Beizpflicht, sonst ist dein Gehäuse nach wenigen Jahren schon ältlich-blassgelb verblichen. Kein Scherz.
Wertiger noch als Nussbaum wäre ein Palisanderfurnier.
Warum machst du dir nicht den nachhaltigen Spaß und gehst selber zum Furnierhändler, um dir ein schönes Paket Furnier auszuwählen? Den Rest vertickst du einfach per E-Bucht. Bespreche vorher mit deinem Tischler, welche Mindestmaße pro Blatt er einkaufen würde, denn beim Furnieren entsteht viel Verschnitt (eingerissene Bereiche, nichtparallele Ränder auf Rechteck schneiden, usw.).
Furnierhändler sind auch auf dem platten Land überraschend häufig, und sie lieben Hölzer eher in der feinsinnigen Art eines Instrumentenbauers denn in der oft herb pragmatischen Sichtweise des Tischlers. Entsprechend gut kann deine Beratung dort ausfallen. Grundsätzlich bekommt dein Tischler JEDES Furnier auf deine Gehäuse, wenn du es nur mit genügend Übermass eingekauft hast.
Ich bin gespannt, wie deine Gehäuse aussehen werden und bitte schon mal nachdrücklich um künftige Fotos!
Grüße
Pit

