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Mein Besuch bei dr. matt
Verfasst: Di 1. Feb 2005, 13:08
von rubicon
Hallo zusammen,
bin gestern von einem Besuch bei Matthias (dr. matt) wieder zurückgekehrt und möchte euch kurz einen kleinen Erfahrungsbericht zukommen lassen - denn ich finde es sehr interessant und an Erfahrungen bereichernd zu sehen und zu hören, wie andere musikliebende Menschen ihr Hobby gestalten und betreiben.
Seine kleine Anlage, bestehend aus Lautsprechern HPG Nightingale, Acurus Vor- und Endverstärker, CD-Spieler Arcam, hochwertige Verkabelung, gibt Musik auf einem ganz hohem Niveau wieder - wahres Highend. Ich hätte niemals gedacht, daß z.B. ein schnuckeliger kleiner 13 cm-Treiber einen solchen sauberen, druckvollen und konturierten Bass erzeugen könnte. Es machte richtig Spaß, mit dieser stimmigen Anlage Musik zu hören. Ich fühlte mich in der Tonalität und Emotionalität an meine Wiedergabe zu Hause erinnert - das haute mich glattweg um, vor allem, wenn man bedenkt, was welches Equipment kostet. Ich habe jetzt erfahren, daß man mit viel Liebe und mit dem Gespür für Musik eine highendige Wiedergabe selbst mit preiswerten Geräten erzielen kann, wenn man die Komponenten fein aufeinander abgestimmt hat. Dies ist dr. matt absolut glaubhaft gelungen - dafür Hut ab!
Wir haben nächtelang durchgehört und uns wie die Kinder an ihrem Lieblingsspielzeug erfreut. Eine Integration von hochwertigen Netzkabeln und die Benutzung eines Trenntrafos für den CD-Spieler brachten nochmals eine nicht für möglich gehaltene Steigerung in der Staffelung, Präzision und Ruhe in der Abbildung, daß ich den Eindruck hatte, es handele sich beim Gehörten um eine richtig große, ausgewachsene Anlage. Das hat mich ehrlich ganz nachhaltig beeindruckt - Matthias, Kompliment!
Ich konnte auch erfahren, daß sinnvolles Tuning durch Beschweren von Gerätschaften und die Behandlung von CD´s mittels "Perfect Sound" einen vorteilhaften Einfluß auf das Musikgeschehen haben.
Es waren nette Tage mit vielen interessanten Gesprächen und toller Musik, wobei die Stunden wie im Fluge vergingen und wir mit "Gänsehautfaktor" gebannt Musik aller Stilrichtungen lauschten. Selbst bei lautesten Pegeln blieb diese "Anmachstimmung" erhalten.
Ich finde es bereichernd und schön, bei Freunden das Hobby HiFi erleben zu können und freue mich schon auf den Gegenbesuch.
Hier noch ein Bild dieser phänomenalen "Zwergenbox":
Gruß
Franz
Verfasst: Di 1. Feb 2005, 15:12
von Mel*84
Ein sehr symphatischer Bericht, wobei dieser auch zum Nachdenken anregen sollte.
Kaufen, z.T. ohne Sinn und Verstand, bringt nicht immer die erhoffte Verbesserung.
Wenn die Kette in Verbindung mit der Räumlichkeit stimmt, kann es auch mit relativ wenig Geld "passen".

Verfasst: Di 1. Feb 2005, 15:33
von rubicon
Hallo Thomas,
genau diese Einsicht, nämlich, daß teuer nicht gleichbedeutend mit gut ist, wollte ich auch mit diesem Beitrag weitergeben. Ich bin auch in´s Grübeln gekommen, mit wie "wenig" finanziellem Aufwand man ein richtig goiles Klangbild erreichen kann, wenn man sich auf die Suche macht. Ich behaupte, daß Matthias ca. 80% meiner Anlage nachbilden kann - und das absolut gesehen.
Wenn ich da rechne, was ich für meine Anlage ausgegeben habe´, ....
Gruß
Franz
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 12:04
von dr.matt
Hallo Franz,
soviel liebe und schöne Worte, beschämen mich schon ein wenig.
Gerade so ein Zusammentreffen wie das am letzten WE, machen das Hobby Hifi so reizvoll und lebenswert.
Natürlich freut es mich ungemein,daß dir meine Anlage klanglich zugesagt hat, ich finde ja auch, daß "Die Kleine" was besonderes ist.
Ich habe halt probiert, mit und durch die Anlage einen klanglichen Kompromiß zu erzielen. Wenn man sich mal vor Augen führt, daß gerade das "Erspüren" der tieffrequenten Bass-Wiedergabe, daß am teuersten zu erreichende Element darstellt, dann erscheint es schon möglich, auch mit bescheidenen Mitteln was "Nettes" zu bekommen.
Man sollte sich halt auch von der fixen Idee frei gemacht haben, Geräte nach Bewertungen und Kaufpreis zu beurteilen.
Mein Vorschlag lautet immer, hören,hören und nochmals hören.
Nur so erscheint es möglich, daß man zur Zufriedenheit und Glückseligkeit gelangt.
Wichtig für mich war es auch, daß ich mir schon frühzeitig ein "geistiges Konzept" erstellte, um halbwegs zu Wissen, wo die Hifi-Reise denn hingehen sollte.
Natürlich zahlt jeder von uns auch Lehrgeld, ist aber nicht soo schlimm, da dies Leben bedeutet.
Wer kennt es nicht, diese Ansammlungen von ewig teuren Equipments, die trotzdem nicht ansprechend klingen.
Sowas gab mir stets Hoffnung, daß ich mit meinem wirklich bescheidenen Einkommen, auch irgendwann mal dort ankomme, wo sich mein Herz wohlfühlt. Viel anders kann das gar nicht sagen.
Trotzdem mein Fazit, ungefähr 6000 bis 8000 Euro kostet es schon, um High-End daheim fahren zu können.
Wobei diese o.g. Summe, schon alle Komponenten + Zubehör umfasst.
Liebe Grüße,
Matthias
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 12:37
von rubicon
Hallo Matthias,
das Erstaunliche und Verblüffende für mich war ja, daß die
Tonalität der Wiedergabe bei deiner Anlage so sehr mit meiner korrespondierte. Das habe ich nicht für möglich gehalten. Gute Lautsprecher, Verstärkerkombis, Quellgeräte gibt es ja ab einem bestimmten Preisniveau von etlichen Herstellern - aber ein bestimmtes bevorzugtes
Klangbild ist immer die Summe aller Eigenschaften. Ich präferiere ja mit der aktiven Silbersand und meinen Zuspielgeräten nebst Zubehör eine dynamische, knackige, mit viel Punch im Bassbereich aufwartende Klangperformance. Da hatte ich nicht gedacht, daß eine passive Variante so etwas jemals prinzipbedingt hinbekommen könnte - da hab ich wieder was dazulernen können. Deine Anlage versetzte mich beim Hören in mein eigenes Musikzimmer. Was fehlte, waren nur die "restlichen 20%" im Druck, in den Bässen, Mitten und Höhen - ansonsten: genau wie bei mir zu Hause.
Und diese 20% an "Lustgewinn" müssen im wahrsten Sinne des Wortes teuer erkauft werden. Das ist meine eigentliche Quintessenz aus meinem Besuch bei dir. Ab einem bestimmten sehr hohem Level in der Wiedergabe sind Steigerungen - wirtschaftlich gesehen - sauteuer.
Ich hoffe, du kannst bei deinem Gegenbesuch die 20% zu würdigen wissen.
es grüßt dich
Franz
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 12:47
von dr.matt
rubicon hat geschrieben: Da hatte ich nicht gedacht, daß eine passive Variante so etwas niemals prinzipbedingt hinbekommen könnte .
Hallo Franz
und das dann auch noch, mit "nur" jeweils einem 13 cm Tief-Mitten-Treiber pro Seite.
Liebe Grüße auch von mir,
Matthias
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 12:52
von rubicon
dr. matt schrieb:
und das dann auch noch, mit "nur" jeweils einen 13 cm Tief-Mitten-Treiber.
Hör schon auf, Matthias, es nagt an mir....
Gruß
Franz
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 12:57
von dr.matt
rubicon hat geschrieben:Hör schon auf, Matthias, es nagt an mir....
Geht mir ganz ähnlich,
ich mußte gestern noch den Holger Stein kontaktieren, weil ich den Klang nach Abnahme deiner Kabel, so gar nicht mehr verstehen konnte.
Ich dachte zuerst, die Endstufe ist hinüber.............................!!!!!!!
Gruß,
Matthias
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 18:35
von rubicon
Hallo Rolf,
leider hast du meinen Bericht und die darin enthaltenen Aussagen nicht richtig verstanden oder nur selektiv gewertet. Es geht nicht darum, ob andere Lautsprecher meiner Silbersand "dicke Backen" machen. Es sind und bleiben zwei völlig verschiedene Lautsprecher. Ähnlich ist die Tonalität von beiden. Und das ist das Erstaunliche.
Deine B&W ist z.B. tonal völlig anders als meine Silbersand. Auch das alleine sagt noch nichts über die Gesamtqualität einer Wiedergabe aus. Ich bevorzuge nun mal eben ein knackiges, dynamisches und feingestaffeltes Klangbild, welches die Feinstrukturen einer Aufnahme aufzeigen kann. Bei guten Aufnahmen nehmen sie dich quasi mit in den Aufnahmeraum.
Es gibt Lautsprecher und Elektronik, wo dies ergreifend gelingt, es gibt andere, die das nicht vermitteln können - so einfach ist das. Matthias´kleine, aber feine Anlage konnte genau dies so ähnlich wie meine Anlage das macht.
Die Ernüchterung wäre - glaube ich - eher auf deiner Seite gewesen: eine B&W kann da nicht mithalten. Sie hat andere Eigenschaften.
Jedem das Seine
Gruß
Franz
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 18:50
von dr.matt
Hallo Rolf,
ein Besuch von dir, wäre jederzeit willkommen.
Gruß,
Matthias
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 19:23
von rubicon
Rolf schrieb:
gelöscht
Sorry, es ist nicht meine Absicht, andere "aufklären" oder gar belehren zu wollen. Ich denke, ich schreibe meist so, daß ich verstanden werden kann.
Gruß
Franz
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 19:29
von dr.matt
Hallo Rolf,
frühestens wird es mit DSL in etwa einem 3/4 Jahr klappen.
In Oberbayern gelten halt immer noch andere Gegebenheiten.
Mal eine Frage, wie ist es mit deinem Hör-Raum denn so bestellt ?
Liebe Grüße,
Matthias
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 20:33
von rubicon
Hallo Rolf,
In dieser"meiner" Preisklasse,ist die Luft jedoch sehr dünn in Sachen noch besser
Soll heißen,das meine Anlage schon ziemlich ausgereitzt ist und ich diese schon als ausgewachsen bezeichnen kann.
Da gebe ich dir vollkommen recht. Wenn du deine Klangperformance zu Hause noch steigern möchtest, würde das notwendigerweise neue Lautsprecher bedeuten. Du hast die Möglichkeiten deiner Kette schon optimal ausgereizt. Ein "mehr" müßte ungleich teuerer erkauft werden.
Gruß
Franz
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 21:02
von AJA
Moin Zusammen,
kleine Zweiwege-Konzepte waren schon immer meine Leidenschaft.
Der grundsätzlich große Vorteil eines solchen Konzeptes liegt ja gerade darin, einem Einpunkter mit seinen möglichen homogenen Klangeigenschaften so nah wie möglich zu kommen, ohne dessen Problematik mit der Wiedergabe hoher Frequenzen in Kauf nehmen zu müssen. Die Kleinen können ganz wunderbar homogen, dynamisch, verfärbungsarm und mitreißend klingen, aber:
der Wiedergabe sind halt physikalische Grenzen gesetzt. Echter Tiefbass ist nicht machbar. Bei ca. 60 Hz. fällt der Schalldruck meist schon um -3db ab. Manche Hersteller heben den Frequenzgang gerne um ein paar db bei 100 Hz an, um mangelndes Bassvolumen hörmäßig auszugleichen. Einige Konzepte in D´Appolito Ausführung mit 2 13er Chassis können vielleicht gerade noch 40 Hz mit entsprechendem Druckabfall und entsprechender guter BR Abstimmung wiedergeben. Und dann ist der maximal möglichen Lautstärke natürgemäß eine Grenze gesetzt und das macht sich in größeren Räumen bei gewünschter hoher Lautstärke dann negativ bemerkbar. Die kleinen 13er, die Guten haben enorme Auslenkung (Hub), sind halt auch irgendwann an ihrer Grenze.
In zu großen Räumen ist es dann leider Essig mit der ausgewogenen Wiedergabe. In kleinen Räumen bis 20/25 m² sind die kleinen Feinen meist den großen Bassgewaltigeren vorzuziehen. So jedenfalls meine Erfahrung.
Wenn es denn mehr (tiefer) sein soll an Bass mit den Kleinen führt letztlich kein Weg an zwei schnellen(leichte Membrane und guter Antrieb) aktiven Subs vorbei. (Nicht mit Heimkino verwechseln).
Aber wie gesagt, die Kleinen können ganz groß klingen. In den "richtigen" Räumen, mit der entsprechenden Elektronik kombiniert, kann musikalisch die Sonne aufgehen. Und ich denke das ist das, wovon Matthias und Franz reden, oder?
Mit swingenden Grüßen
Jan
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 21:10
von rubicon
Hallo Jan,
die Kleinen können ganz groß klingen. In den "richtigen" Räumen, mit der entsprechenden Elektronik kombiniert, kann musikalisch die Sonne aufgehen. Und ich denke das ist das, wovon Matthias und Franz reden, oder?
Ich sehe, du hast genau verstanden, was ich mitteilen wollte.
Prinzipbedingt kann kein 13 cm Treiber, der zudem noch mittlere Frequenzen übertragen soll, einen "echten Tiefbass" in den Hörraum schaufeln. Aber das, was er kann, machte er nahezu fehlerfrei. Im Hörfeld suggerierten die sauberen und konturierten Bässe (theoretisch bis 45 Hz) ein großes Abbild.
Fazit: lieber solch sauber abgestimmte kleine, feine LS als unsaubere große.
Gruß
Franz
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 21:19
von dr.matt
Hallo Jan und Franz,
die Nightingale stellen ganz klar einen Kompromiß dar, damit kann ich aber sehr sehr gut leben, da dieser so schön ausfällt
Gruß,
Matthias
Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 21:43
von Tom_H
dr.matt hat geschrieben:Trotzdem mein Fazit, ungefähr 6000 bis 8000 Euro kostet es schon, um High-End daheim fahren zu können.
Wobei diese o.g. Summe, schon alle Komponenten + Zubehör umfasst.
Liebe Grüße,
Matthias
ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen. Für max. 3 bis 5 T€ gibt es echtes High End.
Wenn ich da an meine erste wirklich "gute" Anlage zurückdenke....... Die hat vor 13 Jahren ca. 6000 DM incl Zubehör gekostet. (Nytech Obelisk 3x, Project 1 mit AT 95, Marantz CD 62 mit externem DPA "Little Bit" Wandler und Monitor Audio 2 Wege Regallautsprecher)
Wie Franz schon sagt: Das "bisschen" mehr an Musik muss man sich teuer erkaufen.

Verfasst: Mi 2. Feb 2005, 21:53
von Tom_H
dr.matt hat geschrieben:Hallo Jan und Franz,
die Nightingale stellen ganz klar einen Kompromiß dar, damit kann ich aber sehr sehr gut leben, da dieser so schön ausfällt
Gruß,
Matthias
Matthias, hast Du die alte Nightingale oder die ST???
Verglichen mit den konventionellen HGP Lautsprechern mache die ST Modelle durch den anderen Hochtöner, die bessere Innenverkabelung und die Höherwertige Frequenzweiche akustisch noch einmal einen deutlichen Sprung nach vorne....

Verfasst: Do 3. Feb 2005, 11:11
von dr.matt
Hi Thomas,
die meinigen Nightingale, stellen die letzte Serie vor der Super-Tech Modifikation dar.
Gerne würde ich sie als "ST"-Version mal hören, nur leider wurde mir dieses Vergnügen noch nicht zuteil.
Gruß,
Matthias
Verfasst: Do 3. Feb 2005, 22:31
von Tom_H
Matthias, hast Du denn keinen Händler in der Nähe, bei dem Du die ST mal hören könntest?