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Haufe T-890 step-up-transformer

Verfasst: Do 9. Okt 2008, 22:26
von Analog_Tom
Moin JunKs,

wie manch einer von Euch weiß betreibe ich zwei von Reinhards Phono-Mopeds.
Bei einem wird die Verstärkung der zarten MC-Signale von einem Sivercore-Übertrager übernommen, für das zweite Moped suchte ich nach einer passenden Übertragerlösung.
Bedingung war, dass diese sowohl zu meinem vor ein paar Wochen erworbenen Denon 103R in der auf Kanalgleichheit selektierten Version welches im Moment auf meinem Stax UA-7c der auf dem Thorens TD 126 MK II aufgebaut ist spielt, als auch zu meinen van den Huls passen sollte.
Diese Systeme kann ich bei ca. 500 Ohm abgeschlossen betreiben, was bedeutet, dass der Übertrager ein Übersetzungsverhältnis von 1:10 haben muss, wenn ich ihn am 47 KOhm MM-Eingang betreiben möchte.

Nach einer kurzen Informationsphase folgte ich der Empfehlung eines Hifi-Freundes, der von dem Haufe T 890 vollkommen begeistert ist.
Direkt bei der Firma Haufe orderte ich ein Pärchen der kleinen Kapseln.
Die Abwicklung war absolut professionell.
Diese trafen dann vor ein paar Tagen bei mir ein und ich baute sie in ein bereits vor einiger Zeit erworbenes Alu-Gehäuse ein.
Doch seht selbst:

[IMG:1024:908]http://img366.imageshack.us/img366/6397 ... hoplc9.jpg[/img]

[IMG:1024:1001]http://img227.imageshack.us/img227/6195 ... hopzt4.jpg[/img]

Tja, was soll ich sagen, die Dinger klingen sehr gut, so gut, dass ich selber überrascht bin.
Daher kann ich allen, die Systeme betreiben, die sich bei ca. 500 Ohm wohl fühlen, wie z.B. dem Denon 103 R wärmstens empfehlen sich diese kleinen Kapseln doch einmal anzuhören. Bei mir klingt diese Kombi jedenfalls sehr gut!

Viele Grüße

Tom

Verfasst: Do 9. Okt 2008, 22:31
von waterl00
Hallo Tom,

kannst Du der einfachen Landbevölkerung wie mir mal erklären wofür so ein Ding gut ist?

Gruß
Jost

Verfasst: Do 9. Okt 2008, 22:32
von Erzkanzler
Drehstrom auf Butan-Wandler : roll

Grüße
Martin

Verfasst: Do 9. Okt 2008, 22:45
von Analog_Tom
Erzkanzler hat geschrieben:Drehstrom auf Butan-Wandler : roll

Grüße
Martin
Moin Jost,

der Martin hat zwar manchmal ein Schandmaul, ist aber eigentlich ein ganz netter. :wink:

Also, solche kleinen Kapseln päppeln das zarte MC Signal auf ein Niveau hoch, dass es an einem Phono-Vorverstärker mit MM-Eingang verwendet werden kann.
Ein normales MC liefert Spannungen in der Größenordnung von ab ca. 0,1 mV bis zu ca 0,8 mV, das reicht in der Regel nicht für den Betrieb an einem MM-Eingang aus. Darüber hinaus gibt es noch die sogenannten High-Output-MC-Systeme die eine Spannung liefern die ausreichend ist um direkt an einen MM-Eingang angeschlossen zu werden.
Doch davon reden wir im Moment nicht.
Ein solcher Übertrager ist eine Möglichkeit die zarten Signale auf ein Niveau anzuheben, dass der MM-Eingang, der sonst höhere Spannungen gewohnt ist, wie die die ein MC-System normalerweise liefern kann, Spannungen in der Größenordnung von ca. 5 mV, damit zu recht kommt.
Eine andere sind die allseits beliebten Transistoren.
Das ganze geht zwar auch mit Röhren, ist aber mit größeren Schwierigkeiten verbunden, so dass in alter Zeit gerne der Weg mit den Trafos beschritten wurde.
Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass audiosix seit neustem einen Phono-Pre anbietet, der auch die MC-Verstärkung mit Röhren vollzieht, ein ziemlich interessantes Projekt wie ich finde.

Viele Grüße

Tom

Viele Grüße

Tom

Verfasst: Do 9. Okt 2008, 22:56
von waterl00
Hallo Tom,

Danke für die Erklärung.

Was mir dennoch nicht so ganz einleuchten will, welchen klanglichen Vorteil hat denn das Aufpeppeln des MC Signals für den MM Eingang?

Und ist der Übertrager wirklich hörbar?

Was kostet sowas?

Gruß
Jost

p.s.
Martin, Du darfst natürlich auch gerne antworten :mrgreen:

Verfasst: Do 9. Okt 2008, 23:02
von Analog_Tom
Moin Jost,

der Vorteil dürfte darin bestehen, dass ich mit Hilfe eines Übertrager Musik hören kann, die ohne die Verwendung eines solchen einfach zu leise wäre.
Vorteile gegenüber anderen Verstärkungskonzepten sind meiner Meinung nach rein philosophisch, weswegen ich dazu keine Aussage treffen möchte.
Es gibt eine ganze Menge von Leuten, die auch mit Transistoren verstärkt hochzufrieden Musik hören.
Es gibt allerdings Tonabnehmer denen man nachsagt, dass sie erst an Übertragern betrieben zu ihrer wahren Größe auflaufen und deswegen nach eben solchen sozusagen schreien.
Das Denon 103 R und auch das alte 103 gehören eindeutig zu dieser Gruppe.
Auch aus diesem Grunde also der Weg über die Übertrager.
Die hier von mir verwendeten Kapseln dürften unter die Rubrik Schnäppchen fallen. Du bekommst sie direkt bei Haufe für ca 140,-€

Viele Grüße

Tom

Verfasst: Fr 10. Okt 2008, 12:21
von JHB
Hallo Tom,

erstmal Glückwunsch zu Deinem Neuerwerb.
Alternativ wäre auch der Lundahl LL9206 Übertrager gegangen. Preislich in etwa gleich.

Hast Du den evtl. bei einem Deiner vielen Exkursionen schon mal gehört? Evtl. mal im Vergleich? Mich würden, falls vorhanden, klangliche Unterschiede interessieren (habe ja auch ein 103er :beer ). Beide Übertrager sind ja gut beleumundet.

Gruß
Joachim

Verfasst: Fr 10. Okt 2008, 13:34
von VinylSavor
Hallo!

Tom hat ja den Zweck eines Uebertragers schon sehr gut erklaert.
waterl00 hat geschrieben:Was mir dennoch nicht so ganz einleuchten will, welchen klanglichen Vorteil hat denn das Aufpeppeln des MC Signals für den MM Eingang?
Wie schon erklaert wurde, wird der Uebertrager nicht wegen einer eventuellen Klangverbesserung eingesetzt, sondern stellt eine technische Notwendigkeit dar, da man sonst moeglicherweise keine ausreichenden Lautstaerken erzielen kann.
waterl00 hat geschrieben:Und ist der Übertrager wirklich hörbar?
Wie jede andere zusaetzliche Komponente im Signalweg auch, kann der Uebertrager das Signal nur verschlechtern. Da in der Regel fuer MC-Signale eine zusaetzliche Verstaerkung erforderlich ist, stellt sich die Frage welche Art der Verstaerkung den besten Kompromiss darstellt.

Uebertrager:

Vorteil: passive Loesung, erzeugt kein Eigenrauschen. Kann unter Umstaenden weniger Stoeranfaellig sein gegen Einstreuungen, da er symmetrisch angesteuert werden kann und auch einen symmetrischen Ausgang bereitstellt.
Nachteil: Uebertrager sind bandbreitenlimitiert. Eventuell gibt es Anpassungsprobleme. Moegen in der Regel niederohmige Systeme

Transistorloesung:

Vorteil: Kann sehr rauscharm implementiert werden (allerdings nicht rauschfrei)
Nachteil: Bedarf unter Umstaenden starker Gegenkopplung um rausch- und verzerrungsarm zu arbeiten. Passt nicht unbedingt zu einem reinen Roehrenkonzept (Ansichtssache)

Roehrenloesung:

Vorteil: Passt in ein reines Roehrenkonzept
Nachteil: Schwierig zu implementieren, es ist mit hoeherem Rauschen zu rechnen. Roehren koennen mit der Zeit mikrophonisch werden, was sich bei den kleinen Signalen besonders negativ bemerkbar macht.

Natuerlich gibt es weitere Aspekte, dies ist nur eine grobe Orientierung.
waterl00 hat geschrieben:Was kostet sowas?
Einfache MC-Uebertrager gibt es schon unter 50 Eur/Stueck.
Ab ca 75 EUR/Stueck gibt es schon was richtig gutes
Einer meiner Favoriten ist der Jensen 346AX, ca 200 EUR/Stueck.
Bei hoeheren Preisen handelt es sich um Exoten, unter Umstaenden mit Silberdraht gewickelt. Die Kosten/Nutzenrelation wird dann natuerlich zunehmend schlechter.

Diese kann jeder einigermassen geschickte Laie in ein Gehaeuse mit Cinchbuchsen selbt einbauen


Gruss

Thomas

Verfasst: Fr 10. Okt 2008, 13:46
von waterl00
VinylSavor hat geschrieben:
Wie schon erklaert wurde, wird der Uebertrager nicht wegen einer eventuellen Klangverbesserung eingesetzt, sondern stellt eine technische Notwendigkeit dar, da man sonst moeglicherweise keine ausreichenden Lautstaerken erzielen kann.
Hallo Thomas,

Danke für die Erläuterung, das deckt sich auch mit meinem laienhaften Hifi-Verstand.

Zum Thema Übertrager liest sich vieles so, als würde ein solcher das Signal bzw. den Klang "aufbessern". Das wollte sich mir nicht erschliessen, da - wie Du ja schon geschrieben hast - weitere Bauteile im Signalweg liegen.

Andererseits kann "Anders" ja durchaus auch subjektiv "Besser" bedeuten.

Gruß
Jost

So hab's ich nun verstanden

Verfasst: Fr 10. Okt 2008, 14:01
von VinylSavor
Hallo Jost,
waterl00 hat geschrieben:Danke für die Erläuterung, das deckt sich auch mit meinem laienhaften Hifi-Verstand.
Es reicht nun mal ein gesunder Menschenverstand um gewisse mystisch verbraemte Aussagen, insbesodere aus der HiFi-Welt, als solche zu entlarven. Gerade wenn man Laie ist, sollte man sich nicht scheuen die Dinge zu hinterfragen. :OK:
waterl00 hat geschrieben:Zum Thema Übertrager liest sich vieles so, als würde ein solcher das Signal bzw. den Klang "aufbessern".
Natuerlich kann die Kombination insgesamt ein subjektiv klanglich besseres Ergebnis liefern. Im Falle des Einsatzes eines MC-Uebertragers kann das mehrere Gruende haben:

Ohne MC-Uebertrager muss man die Vorstufe eventuell ganz aufdrehen um normal laut hoeren zu koennen. Lautstaerkepotis haben in der Regel einen Bereich, in dem sie am besten klingen (das Signal am wenigsten schaedigen). Dieser Bereich ist nicht unbedingt der Vollausschlag. Hier ueberwiegt dieser Effekt die Nachteile des Uebertragers. Ausserdem hat man bei Vollausschlag das volle Rauschen der Vorstufe. Mit Uebertrager bekommt diese ein staerkeres Signal (meist 10fach, oder 20dB). Dadurch hat man insgesamt einen besseren Rauschabstand, so dass z.B. die Aufloesung davon profitieren kann.

Dann haben viele MC-Systeme einen Hoehenanstieg. Wenn man nun einen Uebertrager verwendet, der bereits im Hoerbereich einen Abfall aufweist, dann kann sich das gerade richtig kompensieren. Oder wenn die Analge insgesamt zu hell oder hart abgestimmt ist, kann hier ein Uebertrager mit "softeren" Hoehen hilfreich sein.

Zu guter letzt verzerrt auch ein Uebertrager das Signal. Diese Verzerrungen entstehen im Kern und haengen unter anderem vom Kernmaterial ab. Manche Verzerrungen sind fuer das Ohr angenehm und erzeugen einen subjektiv besseren Klang.

Aber es bleibt dabei, der Uebertrager alleine kann das Signal nur verschlechtern.

Trotzdem sind Uebertrager tolle Bauteile. Ich setze die massenhaft ein, nicht nur am MC-Eingang.

Gruss

Thomas

Verfasst: Sa 11. Okt 2008, 22:48
von Analog_Tom
JHB hat geschrieben:Hallo Tom,

erstmal Glückwunsch zu Deinem Neuerwerb.
Alternativ wäre auch der Lundahl LL9206 Übertrager gegangen. Preislich in etwa gleich.

Hast Du den evtl. bei einem Deiner vielen Exkursionen schon mal gehört? Evtl. mal im Vergleich? Mich würden, falls vorhanden, klangliche Unterschiede interessieren (habe ja auch ein 103er :beer ). Beide Übertrager sind ja gut beleumundet.

Gruß
Joachim
Hallo Joachim,

ich habe die Lundahls noch nicht selber gehört aber bisher doch nur gutes davon.
Der LL9206 soll nicht ganz so hochwertig sein wie der LL1681, welcher wiederum nicht mit dem von mir gewünschten Übersetzungsverhältni 1:10 verfügbar ist.
Aus diesem Grund und weil ein Hifi-Freund mir die Haufe wärmstens empfohlen hat habe ich mich dann vorerst für die Haufe-Übertrager entschieden.
Ich werde mir aber, wenn sich die Gelegenheit bietet, sicherlich auch einmal Lundahl-Übertrager anhören.

Viele Grüße

Tom