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Verfasst: Mo 14. Dez 2009, 15:35
von mb-de
Hallo Uli,
vielleicht solltest Du noch spezifizieren, was Du hier unter 'gematcht' verstehst:
(1) Sollen die Roehren in sich auf Gleichheit beider Systeme im Kolben ausgesucht sein?
(2) Sollen beide Roehren untereinander auf Gleichheit ausgesucht sein, wobei Gleichheit der Systeme innerhalb des Kolbens nicht so wichtig ist?
(3) Sollen alle vier Systeme auf Gleichheit ausgesucht sein?
(4) Bei welchem Arbeitspunkt soll das 'matching' stattgefunden haben?
Das koennte einem potentiellen Anbieter helfen, Dir etwas Passendes herauszusuchen...
Beste Gruesse
Micha
===
PS: Ich kann leider derzeit nicht aushelfen - meine ECC83-Vorraete sind 'aushaeusig' eingelagert...
Verfasst: Mo 14. Dez 2009, 18:26
von GlowingTube
Moin Micha,
eine Frage meinerseits: meint Matching nicht (grundsätzlich) die Gleichheit aller Triodenhälften in so einem Fall (Paar Doppeltrioden)? Wenn es sich nur um eine solche Röhre handelt, spricht man da nicht von einer "selektierten" Röhre (Gleichlauf der beiden Systeme untereinander)?
Auf jeden Fall interessant ist Dein angesprochener Punkt, in welchem Arbeitspunkt das Matching passen soll. Aber dann muß man auch ein geeignetes Messgerät haben. Mein Hickok bspw. erlaubt nur das Ausmessen der Steilheit in einem fixen Messpunkt.
LG
Rainer
Verfasst: Mo 14. Dez 2009, 19:50
von mb-de
Hallo Rainer!
GlowingTube hat geschrieben:
eine Frage meinerseits: meint Matching nicht (grundsätzlich) die Gleichheit aller Triodenhälften in so einem Fall (Paar Doppeltrioden)? Wenn es sich nur um eine solche Röhre handelt, spricht man da nicht von einer "selektierten" Röhre (Gleichlauf der beiden Systeme untereinander)
Im Prinzip sollte es so sein.
Ungluecklicherweise machen da gewisse - sonst normalerweise gut beleumundete - Lieferanten einen Unterschied, und man muss vor dem Selektionsprozess bei der Bestellung angeben, dass Gleichheit der Systeme im Kolben verlangt wird - sonst ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass man Roehren nach Kriterium (2) bekommt... was ja in vielen Faellen nicht schadet, da ein Verstaerker i. A. auch mit solchen Roehren kanalgleiches Verhalten zeigt...
Die Fragestellung ist also nicht ganz unwichtig.
Dasselbe gilt fuer (4) - Tests auf Funke oder Hickok (oder Western Electric made by Hickok, wie mein 'Vierttester'

) sind dabei nicht hilfreich - Selektion bei deren festen Arbeitspunkt garantiert nicht geringe Toleranz im wirklichen Arbeitspunkt (ich hatte da schon Ueberraschungen mit dem WE/Hickok) - weswegen ich lieber mit meinem Neuberger RPM-375 oder AVO VCM-163 nahe dem wirklichen Arbeitspunkt messe - auch mit AVO CT-160, Metrix, Neuberger RPM-370 oder russischen L1-3 oder L3-3 geht das ordentlich.
Beste Gruesse
Micha
===
Verfasst: Mo 14. Dez 2009, 22:05
von GlowingTube
Hi Micha,
wie immer, eine sehr aufschlußreiche Antwort von Dir!
Hab' vielen Dank
LG
Rainer
Verfasst: Mo 14. Dez 2009, 22:19
von AlexK
Hallo Micha , hallo Rainer ,
Geduld , Geduld , der "low cost curve tracer" ist in Arbeit , ich kann nur das dusselige , dafür vorgesehene Pultgehüse nicht finden . Der Versuchsaufbau in einem Pappkarton geht aber schon ganz gut .
Alles weitere in den nächsten Tagen , muß mich erstmal erholen , da ich mich beim Suchen mit einem Tek Gerät etwas verletzt habe ( dicke Lippe

) .
Hallo Uli ,
83er von TFK hätte ich da , flat plate und ribbed plate . Wenn du noch ein wenig Geduld hast , gibt es die sogar mit Ausdrucken der Kennlinien .
MfG , Alexander .
Verfasst: Mo 14. Dez 2009, 22:52
von rulerofrecords
Hallo Micha,
danke für die Info - ich nehm den 50:50 Joker und dann Antwort 2.)
Danke für die Angebote - Preise gerne via pn ...
@ Alexander: Geduld ist da!
cheers
Uli
Verfasst: Mo 14. Dez 2009, 23:11
von GlowingTube
AlexK hat geschrieben:
Geduld , Geduld , der "low cost curve tracer" ist in Arbeit , ich kann nur das dusselige , dafür vorgesehene Pultgehüse nicht finden . Der Versuchsaufbau in einem Pappkarton geht aber schon ganz gut .
Hi Alex,

zeich' mal 'n Bild vom Protoaufbau
LG
Rainer

Verfasst: Mo 14. Dez 2009, 23:50
von AlexK
Hallo Uli ,
das mit dem Matchen wird garnicht so einfach sein , wenn man ganz pingelig ist . Ich hatte auf dem ETF von Yves mit seiner Meßmaschine 6 Stück E88CC NOS von TFK messen lassen , da hat man doch so einige Unterschiede gesehen , war zwar nicht gravierend , aber vorhanden .
@Rainer , Bild kommt morgen

.
MfG , Alexander .
Verfasst: Di 15. Dez 2009, 08:23
von hoersen
ich halte matchen von ECCs für völlig überflüssig. oder betreibt die etwa jemand im PP-modus? wenn beide systeme ähnlich gute emissionswerte aufweisen, sollte das doch völlig ausreichend sein.
ist doch bangemache, oder?
hand aufs herz!
h.
ps: was soll übrigens statisches matchen in einem einzigen punkt bringen? man muss doch mind. 2 davon haben, um den kennlinienverlauf beurteilen zu können, sagt mir selbst meine laienhaftes halbwissen...
hab selbst ein funke w20, mit dem man das machen könnte. macht aber ne heidenarbeit, da etwa bei pentoden ug1 und ug2 unter neuen arbeitsbedingungen der röhre dauernd weglaufen und stets nachgeregelt werden müssen. glaube nicht, dass ein einziger röhrenanbieter solchen aufwand treibt.
Verfasst: Di 15. Dez 2009, 13:23
von mb-de
Hallo Horst!
hoersen hat geschrieben:ich halte matchen von ECCs für völlig überflüssig.
Wenn Du einen Phonoentzerrer mit ECC83 betreibst, sollten die Teile schon zumindest nach (2) selektiert sein - sonst koennte es passieren, dass die Entzerrerkennlinien zwischen den Kanaelen abweichen. Absolute Abweichung kanalgleich ist weniger stoerend als Kanalungleichheit...
hoersen hat geschrieben:oder betreibt die etwa jemand im PP-modus? wenn beide systeme ähnlich gute emissionswerte aufweisen, sollte das doch völlig ausreichend sein.
Emissionswerte sagen wenig ueber die Kennlinien.
Ich kann Dir ECC83 mit perfekter Emission verkaufen, welche leider nicht steuerfaehig sind
hoersen hat geschrieben:
ist doch bangemache, oder?
Wenn Du meinst...
Ich denke schon, dass es sich lohnt - fuer RIAA, Phasenumkehr, line-Stufen ohne Gegenkopplung, und fuer Endroehren im Gegentaktbetrieb
hoersen hat geschrieben:
ps: was soll übrigens statisches matchen in einem einzigen punkt bringen? man muss doch mind. 2 davon haben, um den kennlinienverlauf beurteilen zu können, sagt mir selbst meine laienhaftes halbwissen...
Man selektiert auf
Ruhestrom und Steilheit im Nennarbeitspunkt - das genuegt fuer Kleinsignalbetrieb, da sich aus diesen Kenngroessen die Kennlinie im Nahbereich 'fixieren' laesst.
Wenn man Grossignalbetrieb machen moechte, sollte man diese in drei Punkten tun - Ruhearbeitspunkt, obere und untere Aussteuerungsgrenze - wenn man dann aber enge Selektion wuenscht, braucht man schon eine grosse Anzahl Roehren, um enge Paare zu finden.
hoersen hat geschrieben:
hab selbst ein funke w20, mit dem man das machen könnte. macht aber ne heidenarbeit, da etwa bei pentoden ug1 und ug2 unter neuen arbeitsbedingungen der röhre dauernd weglaufen und stets nachgeregelt werden müssen.
Ich weiss schon, warum ich die Funke-Kisten fuer ueberteuerte Schaetzeisen halte

...
hoersen hat geschrieben:
glaube nicht, dass ein einziger röhrenanbieter solchen aufwand treibt.
Glauben ist nicht wissen.
Es gibt zumindest zwei kommerzielle deutsche Wiederverkaeufer, die eben dies tun - einer davon hat dafuer automatische computergesteuerte Messplaetze, da er grosse Stueckzahlen umsetzt, der andere benutzt ein modifiziertes L3-3 plus Computer.
Die Firma mit den automatischen Maschinen bedient uebrigens Grosskunden (z. B. Gitarrenverstaerkerhersteller), welche auf Vorselektion bestehen.
In anderen Laendern habe ich dazu schon verschiedentlich Sofia-Messplaetze im Einsatz gesehen, oder Selbstbaumessgeraete (z. B. bei Dissent).
Ich selbst benutze meisst das AVO VCM-163, und fuer stromhungrige Roehren das grosse Neuberger mit Steilheits- und Durchgriffsmessbruecke.
Zum Kurvenvergleich habe ich einige Tek 57x-Kurvenschreiber... einen 571 fuer Roehren, die mit relativ niedrigen Spannungen auskommen, und sowohl 576 als auch 577, wenn mehr Spannung gebraucht wird.
Gruss
Micha
===
Verfasst: Di 15. Dez 2009, 14:54
von hoersen
na, dann..!
h.
Verfasst: Di 15. Dez 2009, 21:34
von AlexK
Hallo Rainer ,
hier die versprochenen Bilder :
[img:800:600]
http://www.ak-tubes.de/Projekte/curvetracer1.jpg[/img]
[img:800:600]
http://www.ak-tubes.de/Projekte/curvetracer2.jpg[/img]
MfG , Alexander .
Verfasst: Di 15. Dez 2009, 21:43
von marty
Hallo Alex,
über die Bilder wird sich nicht nur Rainer freuen.
Gruß
Martin
PS Ich bin höchst interessiert!!!

Verfasst: Di 15. Dez 2009, 21:49
von GlowingTube
Hey Alex,
da läuft einem das Wasser im Munde zusammen!
Woher bekommt man die Details? Welche Tuben kann man damit messen?
LG
Rainer
Verfasst: Di 15. Dez 2009, 22:17
von AlexK
Hallo ,
Details gibt es hier :
hxxp://cgi.ebay.fr/MODULE-LAMPEMETRE-ANALYSEUR-VACUUM-TUBE-ANALYZER_W0QQitemZ260485007852QQcmdZViewItemQQptZFR_JG_Collections_Radios?hash=item3ca61dc9ec
Wer kein französisch kann , bekommt auf Anfrage das dem fertig getesteten Baustein beiliegende englische Handbuch als pdf per E-Mail , Software auf CD liegt dem Baustein bei ( auch fast alles in englisch ) .
Man braucht noch einen 24 Volt Trafo und/oder die Trafos für die Röhrenheizung und Anodenspannung und ein bißchen Kleinkram , Fassungen , Schalter , Taster usw.....
Das kleine Ding kann sicherlich nicht alles , schon begrenzt durch die -ug1 von maximal 31 Volt . Anode geht aber bis 480 Volt und 256 mA , diese Werte liegen nur bei der sehr kurzen Messung an ( angezeigt durch das Verlöschen einer LED ) .
Betrieb über Scope ist auch möglich , näheres im Handbuch ( siehe oben ) . Mir macht das kleine Gerät trotz seiner Limitierungen einen Riesenspaß , für die üblichen Doppeltrioden geht es super , mit einem kleinen G2 Zusatz sind auch Pentodenmessungen möglich , Schaltvorschläge sind im Handbuch vorhanden ( supersimpel ! ) .
So nun viel Spaß beim Lesen und Forschen ,
MfG , Alexander .
P.S.: Ich bin mit dem Verkäufer weder verwandt noch verschwägert , bekomme also auch keine Provision , habe es selber nur durch Zufall entdeckt und gleich bestellt .
Verfasst: Di 15. Dez 2009, 23:55
von mb-de
Hallo Alexander,
sehr huebsch!!!
Werde ich wohl meinen paypal-account nachladen muessen

...
Gruss
Micha
===
Verfasst: Mi 16. Dez 2009, 00:03
von marty
Hallo Alex,
danke für die Info

, ich habe gleich mal dort auf Englisch angefragt, mein Französisch reicht nur um mir einen Kaffee und Zigaretten zu bestellen.
Mit einer Gittervorspannung von -31V müssten sich eigentlich so ziemlich alle Vorstufenröhren messen lassen.
Gruß
Martin
Verfasst: Mi 16. Dez 2009, 10:10
von Moderatorenteam
Frage von Rainer:
Frage an Alex:
kann man dann die Kurvenscharen im Laptop ablegen bzw. vergleichen, um später das Matching zwischen den Röhren zu optimieren?
LG
Rainer
Grüße
Heiner
Verfasst: Mi 16. Dez 2009, 15:41
von florentino
hallo zusammen,
sorry mein franz ist miserrabel
eigentlich wollte ich mir den tubentester aus der elektor bauen
aber wenn ich das hier sehe
kann mir jemand sagen für was für röhren typen das ganze sicher nicht geht
Verfasst: Mi 16. Dez 2009, 16:15
von mb-de
Hallo Florian,
Alexander hat die Begrenzung der Gitterspannung auf minus 31 V erwaehnt - und die der Anodenspannung auf 480V (Anodenstrom max. 256 mA).
Also sollte man alle Roehren sinnvoll testen koennen, die bei einem Nennarbeitspunkt bis 240 V Anodenspannung, -16V Gittervorspannung und 128 mA Anodenstrom funktionieren - was darueber liegt, ist nur begrenzt oder nicht sinnvoll pruef/messbar.
Beste Gruesse
Micha
===