Netzpumpen

Hier gehts nur um Verstärkung, egal welcher Art.

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HCumberdale
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Netzpumpen

Beitrag von HCumberdale »

Hallo zusammen,

vor kurzem habe ich mir einen Röhrenvorverstärker gebaut. (Nach dem Plan von => Klaus RIAA V4 => http://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbr ... IAA-V4.htm)

Ein paar Modifikationen habe ich bezüglich der Heizspannung vorgenommen (Andere Regler von LT) => Hat das Rauschen stark reduziert.

Nun gibt es folgende Probleme:
Die MC Stufe hat mit hochfrequenten Schwingungen zu kämpfen. Ein 10Ohm Wiederstand liegt vor dem Gitter. Ob ein 47KOhm Wiederstand als Gridstopper nicht das ganze Signal frisst ist fraglich. Daher werde ich dem Ganzen mal mit Feritperlen nahe rücken (blockt UKW und daher meine HF Probleme).

Das stärkere Problem: Netzpumpen! Die Gleichspannung aus dem Netzteil ist mit ca. 2-3 Hz Schwingungen überlagert die absolut unregelmäßig die Spannung schwanken lassen. Auf dem Oszi siehts an meinem Verstärkerausgang dann so aus: http://img8.imageshack.us/img8/5356/boating.mp4 (auch schön zu sehen hier [nicht mein Amp]: http://www.youtube.com/watch?v=s5mwxBFDhBg)
Die Membranen meiner Lautsprecher bewegen sich pulsierend mit dem Anstieg und Abfall dieser Spannungsschwankungen.

Im Buch High-End mit Röhren wird darauf eingegangen und das Problem wird mit einer FET Spannungsreglung "bekämpft". An der Vorstufe brauche ich 300V Spannung. Derzeit sieht der Hochspannungsteil des NTs wie folgt aus:

Code: Alles auswählen

270VAC RKT => Gleichrichter => 47uF 450V Ladeelko => 20Hy Drossel => 47uF 450V => 20 Hy Drossel => 1.5k KOhm 5W => 47uF 450V => Ausgang Netzteil.
Kann ich die Siebkette einfach abändern oder erweitern um das tieffrequente Pumpen (Regelschwankungen) aus der Gleichspannung zu bekommen?
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yogibaer
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Beitrag von yogibaer »

Hallo,

ich vermute, das das Verhalten des Verstärkers auf die relativ großen Koppelkondensatoren (C2, C12 mit 0,22uF/400V bzw. C5 mit 0,47uF/400V )in der MM-Stufe zurückzuführen ist.

So einen Effekt habe ich nämlich auch schon mal erleben dürfen. Wenn die Verstärkerschaltung niederfrequent schwingt, macht natürlich auch eine unstabilisierte Spannungsversorgung mit und das ganze schaukelt sich hoch.


Gruß,


Jörg


P.S.: Meine GU-81 Endstufe zeigte auch mal dieses Verhalten wo ich zu Versuchszwecken einen 1uF/630V Koppelkondensator zwischen Eingangsstufe und Treiber gepackt hatte. Mit 0,1uF war das dann vorbei.

Die Moral daraus ist, das viel nicht immer viel hilft. :beer
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Beitrag von HCumberdale »

Ich kann messen, dass die Spannung an sich pumpt. Auch ohne Last.

Kann es sein, dass mit 0.1uF der Frequenzgang einfach so stark beschnitten wird, dass das Schwingen nicht mehr mitkommt? Ich habe mir mal solch einen Kondensator an den Ausgang gelegt und ich verliere sehr viel Gain und der Sound ist nicht mehr prickelnt
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yogibaer
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Beitrag von yogibaer »

Hallo,

als Koppelkondensator zwischen hochohmigen Stufen ist 33nF eigentlich vollkommen ausreichend. Wenn ich niederohmig aus einem Verstärker herausgehe (Kathodenfolger) ist 33nF zu wenig.


Wenn das bei dir aus der Siebkette kommt, vergrößer doch mal die Siebkondensatoren und schau wie sich das auswirkt.

Gruß,

Jörg
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Beitrag von HCumberdale »

Der Koppelkondensator bildet doch einen Hochpass und bestimmt damit die tiefste zu übertragende Frequenz. Damit beschneidet mann entsprechend Tiefbass etc. egal bei welcher Stufe. Somit vermeidest du zwar das Pumpen zwischen den Stufen aber zu Last des untersten Frequenzgangs.

Woher nimmst du die Infos zu den Größen der Kondensatoren?
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Beitrag von yogibaer »

Hallo,
Woher nimmst du die Infos zu den Größen der Kondensatoren?
Erfahrung!

Wenn ich in die Beispielschaltungen von Philips z.B. für die ECC83 schaue wird dort ein Wert von 10nF bis max. 0,1uF empfohlen. Dabei ist Rg mit 1M dimensioniert. Wenn ich das mal im Tubecad simuliere habe ich bei 47nF bei besagtem Rg eine Fu von 3,37Hz und bei 0,1uF schon 1,58 Hz. Das ist alles jenseite des menschlichen Hörempfindens.



Gruß,

Jörg
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mb-de
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Beitrag von mb-de »

Hallo zusammen,

ich habe mir mal die Schaltungen angesehen.

Ein paar Beobachtungen - die Schaltungen hat eine Anzahl handwerklicher Fehler, die der Stabiltaet nicht zutraeglich sind:

(1) Die Entkopplungselkos C4/C10/C13 sind mit den angegebenen 10 uF und den Widerstaenden in ihrer Umgebung zu klein gewaehlt - 100 uF oder mehr sind angemessen fuer C4 und C13, im MC-Verstaerker duerfen es es fuer C10 auch 2200 uF sein (C8 hat schliesslich 470 uF). Low ESR-Elkos zu benutzen ist sinnvoll...

(2) Der 10 Ohm-Gitterschutzwiderstand in der MC-Stufe ist wirkungslos.

Um die EC88 still zu bekommen, sollte JEDER Gitteranschluss an der Fassung einen Widerstand von mindestens 220 Ohm bekommen, nahe am Fassungsanschluss angeloetet, und dann sternfoermig zusammengefuehrt werden. R10 und C6 werde an diesen Sternpunkt angeschlossen, und C6 dann mit dem kalten Ende mit moeglichst kurzer Leitung an den Massesternpunkt der Stufe - die 'Mittenringe' der Fassungen sollte ebenso dort aufgelegt werden... kurze Drahtlaenge ist Trumpf.

Ferritperlen nahe den Katoden- und Anodenanschluessen sind ebenfalls hilfreich, ebenso in den Heizungszuleitungen...

Gruesse

Micha
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Beitrag von HCumberdale »

Ich habe derzeit
* Nicht jeden Anschluss angelötet
* Nur 10 Ohm "Gridstopper" => wird nicht "stoppen"

Die Entkopplungselkos C4/C10/C13 sind mit den angegebenen 10 uF und den Widerstaenden in ihrer Umgebung zu klein gewaehlt - 100 uF oder mehr sind angemessen fuer C4 und C13,
Danke! Werde ich ausprobieren.

Trotzdem ist dieses Pumpen im Netzteil! Und zwar auch ohne Last (gemessen mit dem Oszi). Filtern tu ich wie ein Irrer (siehe Siebkette oben). Ersetzen der Drosseln durch Wiederstände brachte nichts! Größere Kapazitäten brachten nichts. Ich werde es demnächst mal mit einer Spannungsreglung versuchen (basierend auf Feldeffekttransistoren).

Ein anderer Tipp den ich bekommen habe ist das Trafo zu wechseln:
Kann das von nem Schlechten Ringkerntrafo kommen? Ich habe eins für 29,90 ;) : http://www.musikding.de/product_info.ph ... --14V.html
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Kein Pumpen mehr!

Beitrag von HCumberdale »

Ich hab das Problem gelöst! Ein geregeltes FET Netzteil schafft mir das Pumpen aus dem Weg. Soweit, dass ich auf dem Oszi keine Spannungsschwankung mehr messen kann!

Letztes Problem: Das EC88 rauschen. Immerhin 5% vom Gesamtpegel.
Macht es vllt. Sinn den Frequenzgang nach oben abzuschneiden? So, dass kein UKW mehr einstreuen kann?

Ist es vllt. sogar möglich einen Gridstopper von >10KOhm zu nutzen?

Wie bekomme ich raus ob das Rauschen "normales Röhrenrauschen" oder ein Schaltungsfehler ist?

Grüße, Martin
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Beitrag von mb-de »

10 kOhm als Gitterschutzwiderstand erhoeht das Rauschen sehr stark - ein solcher Widerstand rauscht um zwei bis drei Groessenordnungen mehr als ein uebliches MC-System. Hast Du _jedem_ Gitteranschluss einen eigenen Schutzwiderstand verpasst - 220 Ohm Minimum, 1 kOhm moeglich?

Ansonsten kannst Du dann ganz einfach herausfinden, was Roehrenrauschen ist, und was nicht:

Lege den Sternpunkt der Gitterschutzwiderstaende mit einem kurzen Draht auf Masse. Das verbleibende Rauschen ist Roehrenrauschen - selbiges vermindern kannst Du in Grenzen durch Selektion der EC88 auf niedrigstes Rauschen... ich hoffe , dass Du 50..100 Stueck zum Probieren hat :wink:..

Du solltest allerdings nicht erwarten, dass die Sache auch nur annaehernd so rauscharm ausfaellt wie ein ordentlicher halbleiterbestueckter MC-Vorvorverstaerker oder ein step-up-Transformator...

Gruesse

Micha
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Beitrag von HCumberdale »

Mittlerweile denke ich über einen Step-Up nach (bei dem ganzen Ärger...).

Aber Kampfesgeist ist dennoch vorhanden. Wenn ich den MC Teil nicht nutze habe ich noch ein invertiertes Signal, dass ich irgendwie wieder drehen müsste...
Lege den Sternpunkt der Gitterschutzwiderstaende mit einem kurzen Draht auf Masse. Das verbleibende Rauschen ist Roehrenrauschen.
=> Mein Problem dabei: Es ändert sich nahezu nichts am Rauschen. Je nach dem wie lange der Drat ist mit dem ich das verbinde höre ich höchstens ein wenig mehr Radio.

&=> In der Anodenspannung des Zweitnetzteiles das die Spannung auf 35V runtersetzt habe ich einen Restripple von 0,003 V gemessen (musste ich mit dem Oszi messen weil das Multimeter nicht mitkam). Kann das auch rauschen u.ä. produzieren?

Gitter des MC Teils führen keinen Strom. Das habe ich eben auch noch mal zur Sicherheit nachgemessen.
AndreasS
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Beitrag von AndreasS »

HCumberdale hat geschrieben:...Es ändert sich nahezu nichts am Rauschen. Je nach dem wie lange der Drat ist mit dem ich das verbinde höre ich höchstens ein wenig mehr Radio.
Hallo,

die Verbindung zur Masse sollte so kurz (widerstandsarm) wie möglich sein. Ansonsten bitte darauf achten, daß die GEZ nicht hier liest (wegen des Radioempfanges ...:lol: :lol: )
HCumberdale hat geschrieben:In der Anodenspannung des Zweitnetzteiles das die Spannung auf 35V runtersetzt habe ich einen Restripple von 0,003 V gemessen (musste ich mit dem Oszi messen weil das Multimeter nicht mitkam). Kann das auch rauschen u.ä. produzieren?
Nein, das ist zwar sehr viel Restbrumm, aber kein Rauschen.
Wie hast Du denn den Gitterstrom gemessen, wenn Dein Multimeter keine 3 mVolt messen kann?

Gruß Andreas
HCumberdale
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Beitrag von HCumberdale »

Die Auflösung von mA scheint feiner zu sein (200mA)
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