der augenblikliche Vinyl-Hype drängt die Frage auf, ob er überhaupt in irgend einer Weise gerechtfertigt ist.
Schon vor einigen Tagen eingetroffen (wie berichtet) war die 180gr- Pressung (First Vinyl für EMI) von Selling England / Genesis, die immer noch völlig jungfräulich sealed am Boden ruhte.
Ich habe das zum Anlass genommen sowohl die Standard-CD als auch die japanische Mini-LP-CD rauszusuchen.
Wiedergabekette wie bekannt:
CDP Cayin CDT-17A auf CD-In im Cayin A-88T sowie
DIY-Dreher mit SME3009S2 und Denon DL-103 auf Ortofon T20-Übertrager und DIY-Phono-Prepre (mit OPA627) auf TAPE-In im Cayin
Testlauf 1:
Cd gegen Mini-CD-LP
War ein recht kurzes Vergnügen und schnell abgehakt. Kein Vergleich, dafür ist die CD einfach zu undifferenziert und mulmig in der Wiedergabe.
Testlauf 2:
Mini-LP-CD gegen Vinyl
Auf den ersten Höreindruck gleich, aber dann kristallierten sich doch einige Feinheiten heraus.
Die Wiedergabe von der LP wird als runder, musikalischer und für's Ohr angenehmer empfunden.
Die Mini-LP-Cd geht analytischer zu Werke und bietet eine ausgezeichnete Dynamik mit sehr tiefer und präziser Basswiedergabe.
Alles in Allem emfand ich die LP als angenehmer und weniger nervig.
Das Ergebnis überrascht mich doch ein wenig, zumal im Dreher ein 130EUR System arbeitet und (auch am Arm) mit Sicherheit noch einiges Potential vorhanden ist.
Frustrierend ist das Ergebnis der CD, hier hat man uns anscheinend jahrzehntelang Schrott verkauft und wir waren blöde genug darauf reinzufallen.
Also Leute, kramt Eure LP's wieder raus, es lohnt sich allemale.
Ein vernünftiger Dreher läßt sich für den Bruchteil eines anständigen CDP bei Ebay für kleines Geld ersteigern und reaktivieren. Und das schwarze Gold ist es allemale Wert.
Grüße
Martin






